KAMPF UM MARIUPOL: Sturm auf Stahlwerk begonnen? – Putin warnt Waffenlieferanten | WELT Nachtstream

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Russische Soldaten haben nach Angaben der ukrainischen Verteidiger der Stahlfabrik in Mariupol mit der Erstürmung der Anlage begonnen. Der stellvertretende Kommandeur des für die Stahlfabrik zuständigen Asow-Regiments bestätigte ukrainische Medienberichte, dass die Aktion am Dienstag begonnen habe. «Es ist wahr», sagte der stellvertretende Kommandeur Swjatoslaw Palamar der Nachrichtenagentur AP. Das Azovstal-Werk ist die letzte Hochburg des ukrainischen Widerstands in Mariupol.

Palamar erklärte, die Russen hätten einen schweren Angriff mit Unterstützung von gepanzerten Fahrzeugen und Panzern gestartet. Sie versuchten zudem, eine große Zahl von Soldaten mit Booten anlanden zu lassen und setzten viele Infanteristen ein. Die Zahl der ukrainischen Kämpfer in dem Stahlwerk war unbekannt. Vor Wochen hatten die Russen ihre Zahl jedoch auf 2000 geschätzt. Es gabe Berichte über 500 verletzte Soldaten in der Anlage. Die stellvertretende ukrainische Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk sagte am Dienstag, es befänden sich auch noch einige hundert Zivilisten dort.

«Wir werden alles tun, um den Angriff abzuwehren, aber wir fordern dringende Maßnahmen, um die Zivilisten, die in der Anlage verbleiben, zu evakuieren und sie in Sicherheit zu bringen», erklärte Palamar bei Telegram. Er sagte, über Nacht sei das Stahlwerk mit Marineartillerie und Luftangriffen traktiert worden. Zwei Zivilistinnen seien getötet und elf Zivilisten verletzt worden. Der Angriff begann fast zwei Wochen nachdem der russische Präsident Wladimir Putin angeordnet hatte, die Anlage nicht zu stürmen, aber sie abzuriegeln.

Von dort evakuierte Zivilisten kamen am Dienstag in der Stadt Saporischschja an, die von ukrainischen Truppen kontrolliert wird. Die Vereinten Nationen berichteten, es seien unter Beteiligung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz 127 Menschen aus der Stahlanlage und ihrer Umgebung evakuiert worden. 101 Menschen hätten «nach zwei Monaten endlich die Bunker unter dem Stahlwerk Azovstal verlassen und das Tageslicht sehen» können, sagte Osnat Lubriani von den UN. In Manhusch am Stadtrand von Mariupol hätten sich 58 Menschen dem Konvoi auf dem Weg nach Saporschschja angeschlossen. Einige der Zivilisten hätten vor der Ankunft in der Stadt an anderer Stelle aussteigen wollen, teilte Lubriani mit.

Putin unterstellte der ukrainischen Regierung derweil mit Blick auf Verhandlungen einen «Mangel an Bereitschaft zu seriöser Arbeit». Der Kreml kritisierte in seiner Mitschrift eines Telefonats zwischen Putin und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron auch, die ukrainische Regierung sei nicht konsequent. Russland sei weiter zu einem Dialog bereit.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die westlichen Staaten aufgefordert, ihre Waffenlieferungen an die Ukraine einzustellen. In einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron warf Putin den ukrainischen Streitkräften nach Kreml-Angaben am Dienstag Kriegsverbrechen vor, die von der EU "ignoriert" würden. Der Westen könne "dazu beitragen, diese Gräueltaten zu beenden", indem er Druck auf Kiew ausübe "sowie die Waffenlieferungen an die Ukraine stoppt", sagte Putin. 

Der Regierung in Kiew warf der Kremlchef vor, nicht "ernsthaft" an Gesprächen zur Beendigung des Konflikts interessiert zu sein.

Macron rief Putin im ersten gemeinsamen Telefongespräch seit Ende März nach Angaben des Elysée-Palasts dazu auf, die Fortsetzung der Evakuierung von Zivilisten aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol zu ermöglichen. Diese müsse in Abstimmung mit den Hilfsorganisationen erfolgen. Den Geretteten müsse dabei "gemäß internationalem humanitärem Recht" die Wahl gelassen werden, wohin sie gebracht werden, betonte der französische Staatschef.

Zudem habe Macron seine Forderung nach einem Ende des russischen Angriffs auf die Ukraine und zu einem Waffenstillstand und Friedensverhandlungen erneuert. Gleichzeitig habe er seine Hilfe angeboten, um in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen ein Ende der russischen Seeblockade der ukrainischen Schwarzmeerhäfen zu erreichen, um die globale Nahrungssicherheit nicht zu gefährden.


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